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Zuchtanlage für Zwerggänse in Schweden

Das schwedische Zwerggansprojekt

Die Zwerggans war ein recht häufiger Brutvogel auf den skandinavischen Fjälls und dem hohen Norden. Aber nach einem dramatischen Bestandseinbruch wurden 1980 nur noch 70 Brutpaare in ganz Skandinavien gefunden. Als wichtigste Gefährdungsfaktoren wurde eine intensive Bejagung und Habitatverluste auf dem Zug und in den Überwinterungsgebieten zwischen Ungarn und Kasachstan ausgemacht.
Um die schwedische Brutpopulation vor dem Aussterben zu bewahren, begann Lambart van Essen 1975 ein Bestandsstützungsprogramm, indem er in der Gefangenschaft Zwergganseier von Nonnengansammen ausbrüten ließ und diese Gänsefamilien im Sommer in den Brutgebieten in die Freiheit entließ. So erlernten die jungen Zwerggänse von ihren Adoptiveltern die westliche Zugroute über Deutschland in die Niederlande und Belgien. So konnte die winterliche Sterblichkeit deutlich reduziert werden und die schwedische Population begann wieder zu wachsen.

Adulte Gänse in der Zucht

Mittlerweile gibt es einen schwedischen Action Plan zum Schutz der Zwerggans, der sich ein kontinuierliches Wachstum des Bestandes zum Ziel gesetzt hat. Nach heftigen Diskussionen um die genetische Herkunft und Zusammensetzung der Zuchtvögel wurde das Nachzuchtprogramm von Grund auf neu geordnet. Die Aussetzung wurde 1999 unterbrochen und es wurden aus Russland 60 wilde Vögel importiert. Heute züchtet das Projekt Fjällgas ausschließlich mit Vögel nachgewiesener russischer Herkunft. Die Aussetzung erbrüteter Jungvögel konnte erst 2010 wieder aufgenommen werden.

Sichere Zwischenrastplätze sind überlebenswichtig für die Zwerggans

Schutz der Brut- und Rastgebiete

In den letzten Jahren wurden die Anstregungen intensiviert, auch die Zwischenrastgebiete der Zwerggänse besser zu schützen und für die Art aufzuwerten. Prädation durch den Rotfuchs hat sich als ein maßgeblicher Faktore erwiesen, der in den Brutgebieten große Verluste verursacht. Durch ein gezieltes Prädatorenmanagement konnte im benachbarten Norwegen der Bruterfolg der Zwerggänse erheblich verbessert werden. Aber auch an den Mauserplätzen sind die Vögel gefährdet: hier wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Gänse von Seeadlern erbeutet.
Die Erfassung rastender Zwerggänse, die Suche nach ihren Zwischenrastgebieten und die Zusammenarbeit mit Kollegen entlang des Zugweges werden heute verstärkt betrieben.