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Neue Sender 2016

Dr. Helmut Kruckenberg mit dem Sendervogel "Hanna"

Ende April 2016 fuhren die Zwerggansforscher erneut nach Schweden. In Hudiksvall konnten die aus dem Winterquartier heimkehrenden Zwerggänse wieder optimal kontrolliert werden. Vor Ort waren auch die besenderten Zwerggänse John, Niklas und Nina. Während die beiden Ganter mit dem Sender offensichtlich keine Probleme hatten, zeigte Nina einen deutlichen Widerwillen und knabberte häufig am Rucksack. Die Forscher entschieden daher, den Vogel neuerlich zu fangen und vom Sender zu befreien.
Einen Tag später konnte ein weiteres Zwerggans-Weibchen gefangen werden. Dieser Vogel bekam einen hochmodernen GPS-GPRS-Sender, der jetzt alle 15min die Position des Vogels speichert und gleichzeitig Verhaltensparameter sammelt. < br/>Die Forscher hatten zudem großen Glück: am folgenden Tag machte sich der Großteil der Zwerggänse auf den weiteren Weg in Richtung der Brutgebiete.

Besenderte Gänse Nina und Niklas (Foto: N. Liljebäck)

März 2016: Zwerggänse beginnen den Heimzug

Anfang März starteten die Zwerggänse die Heimreise von ihren Wintergebieten in den Niederlanden zurück nach Skandinavien. In den vergangenen Wochen haben die Gänseforscher intensiv nach dem Zwergganspaar Nina und Niklas gesucht, da der Sender von Niklas aufgrund der trüben Witterung nicht ausreichend Licht zum Laden der Akkus bekommen hatte. Während Niklas einen Solarsender trägt, der aber nur einige Male am Tag Positionen aufzeichnet, trägt die Partnerin Nina einen hochauflösenden GPS-Datenspeicherung. Am Donnerstag 4.3.2016 gelang des niederländischen Kollegen den Vogel in Oude Land van Strijen zu finden und die Daten über Funk abzuspeichern. Mittlerweile hat die Gans "John" bereits die Reise nach Skandinavien begonnen.

Zwerggans mit Satellitensender

Junge Zwerggans mit Satellitensender (c) G. Müskens

Schon seit einigen Jahren werden Zwerggänse in Schweden intensiv nachgezüchtet, um die Jungtiere dann in die Wildnis entlassen zu können. Hierfür wurde in den 2000er Jahren eine Zucht aus russischen Wildvögeln aufgebaut. Mittlerweile können alljährlich etwa 50 Dies- und Vorjährige in der Nähe der Brutgebiete freigelassen werden, wo sie hoffentlich Anschluss an die wilden Zwerggänse finden. Um dies zu untersuchen, wurden 2014 5 Zwerggänse mit Satellitensendern ausgestattet. Sehen sie hier den Zug einer diese Gänse in das Wintergebiet. Aus Schutzgründen beginnt die Reise der Gänse erst Ende August, wenn die Gänse bereits das Brutgebiet verlassen haben. Dies ist notwendig, um die Brutgebiete dieser bedrohten Art vor weiteren Störungen zu schützen.

Aktuelle Berichte über die Zwerggänse aus Schweden

Das Projekt Fjällgors unserer schwedischen Kollegen stellt stets aktuell neue Nachrichten über die Zwerggänse zusammen (auf englisch) Klicken Sie hier

Im Flug sind Zwerggänse kaum von Blässgänsen zu unterscheiden (c) H. Kruckenberg

Die Suche nach den Zwerggänsen

Während die Brutgebiete der Zwerggänse in Skandinavien und auch die Winterplätze der Art gut bekannt sind, fehlt es an Wissen über die konkreten Zwischenrastplätze und Zugrouten im Herbst und im Frühjahr. Aus diesem Grund sollen einige der Gänse mit Sendern und Datenloggern ausgestattet werden, die die Positionen der Vögel während des Zuges verraten.

Gänse fangen - keine leichte Übung

Für das Anbringen des Senders mit einem kleinen Rucksack müssen die Gänse gefangen werden. Dies ist keine leichte Übung, sind die Gänse doch überaus scheu und mißtrauisch. Nachdem im März 2013 starker Schneefall den Fang in den Niederlanden vereitelte, wurde im September ein neuer Versuch in Schweden gestartet. Vier Tage waren die Experten vor Ort und hatten auch diesmal Pech: das zuvor immer einwandfrei funktionierende Fangnetz versagte im wichtigsten Augenblick und die Gänse konnten entkommen.

Fangeinsatz in Schweden

Das Netz wird aufgebaut
und sorgsam getarnt
Nonnengänse landen vorm Netz
und Zwerggänse folgen
Die Fotofalle zeigt die Gänse vorm Netz
doch das Netz bleibt stecken!