Graugansberingung in Mecklenburg-Vorpommern

Im Sommer 2007 wurden am Nonnensee bei Bergen (Rügen / Mecklenburg-Vorpommern) nach 33 beringten Graugänsen im vergangenen Jahr wurden bereits 33 Graugänse mit gelben Halsbändern markiert. Im Sommer 2008 gelang diesmal der Fang von 139 Graugänse, die ebenfalls mit gelben Halsbändern (Buchstabe „N“ und „H“ sowie um 90° gedreht 2 Zahlen) markiert. Fang und Markierung erfolgte durch Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz Rügen (Thomas Heinicke, Matthias Bräse u.a.) mit Unterstützung durch das IZW Berlin (Norbert Kenntner u.a.), das an den Vögeln Untersuchungen zur Bleischrotbelastung durchführte.
Neben Vögeln der lokalen Brutpopulation (1 ad 4 juv) konnten in diesem Jahr insgesamt 134 mausernde Nichtbrüter markiert werden. Ziel der Untersuchungen ist es, v.a. die geographische Herkunft und das Zugverhalten der zahlreichen Mausergäste zu ermitteln. Mit etwa 2300 Graugänsen im Juni 2007 und knapp 2200 Gänsen im Juni 2008 ist der Nonnensee aktuell der größte Graugans-Mauserplatz in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Ostdeutschland.
Die im Vorjahr beringten Vögel haben bereits zahlreiche interessante Rückmeldungen erbracht. Bei den Mausergästen gelangen je 1 Rückmeldung aus Italien, Ungarn und der Tschechischen Republik, 2 aus Polen sowie zahlreiche Ablesungen aus Vorpommern, Brandenburg und Ostsachsen. Damit deutet sich an, dass die Mehrzahl der Mauservögel möglicherweise zur zentraleuropäischen Population gehört. Lediglich ein Mausergast wurde aus den Niederlanden zurückgemeldet, wo der Vogel offenbar erfolglos versuchte zu brüten und dort auch mauserte. Von zwei am Nonnensee erbrüteten Jungvögeln liegen zudem Beobachtungen aus den Niederlanden, Niedersachsen und Brandenburg vor, sodass die Brutvögel des Nonnensees offenbar dem Zugweg der NW-Europäischen Population nach West- und SW-Europa folgen.
Der Großteil der Mausergäste und auch die Mehrzahl der Ringvögel hat in den letzten Tagen das Mausergewässer wieder verlassen, sodass die markierten Gänse jetzt auch an anderen Rastplätzen zu erwarten sind.
Alle Gänsefreunde werden daher gebeten, insbesondere an den Graugans-Rastplätzen in Nord- und Ostdeutschland auf Graugänse mit gelben Halsbändern zu achten. Auch Mitteilungen von Gänsen, bei denen der Code nicht abgelesen werden konnte, sind von Interesse. Neben allgemeinen Angaben zur Ablesung würden wir uns auch über zusätzliche Angaben wie Rasthabitat, Truppgröße und sozialen Status der Vögel sehr freuen. Ablesungen können über ddas InternetPortal www.geese.org gemeldet werden.

Markierte Graugänse am Jadebusen - Jungvögel wurden mit gelben Halsmanschetten markiert (c) H. Kruckenberg

Graugansberingung in Westdeutschland

Seit 1997 beringen Susanne Homma und Olaf Geiter bundesweit verschiedene Arten von Gänsen der deutschen Brutpopulationen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf eingebürgerte Arten. Bisher wurden im Rahmen dieses Projekts („Neozoenberingungsprogramm“) 8.000 Gänse mit Farbringen markiert. Es liegen Wiederfunde dieser Vögel vom Polarkreis bis zur Adria und vom Atlantik bis Weißrußland vor. Die Gänse tragen zusätzlich zu den Vogelwartenringen Farbfußringe oder Halsringe. Die Fußfarbringe sind gelb und tragen einen dreistelligen Code. Nur Graugänse bekommen blaue Fußringe mit ebenfalls dreistelligen Code (<Buchstabe „M“ bis „Z“> <Buchstabe oder Ziffer> <Ziffer>). Grau-, Kanada- und Nilgänse bekommen z.T. auch gelbe Halsringe. Dabei endet der Code bei Grau- und Nilgänse jeweils auf einen Buchstaben. Meldungen von Ringablesungen sollten bitte anring@kanadagans.de gemeldet werden. Weitere Informationen zu dem Programm unter www.kanadagans.de.

Adulte Graugänse wurden mit blauen Fußringen markiert (c) H. Kruckenberg

In der Brut- und Mauserzeit 2010 wurden über 250 Gänse gefangen und markiert. Ein Schwerpunkt der Beringungen in diesem Jahr war wie in den Vorjahren Nordrhein-Westfalen. Dort wurden an etlichen Gewässern zwischen Mönchengladbach und Minden über 100 Gänse (vor allem Grau- und Nilgänse) beringt. Zusätzlich wurden dort auch einzelne Kanada, Nonnen und Schneegänse gefangen und beringt.

Erstmals wurden auch auf der Nordseeinsel Amrum (Schleswig-Holstein) Graugänse markiert. Dort erhielten an drei verschiedenen Orten insgesamt 52 Graugänse Ringe des Programms. Da bisher kaum Erkenntnisse über das Wanderverhalten der in Nordfriesland brütenden und mausernden Graugänse vorliegen, wird mit Spannung auf Wiederfunde dieser Gänse gewartet. Auch in Niedersachsen und Berlin wurden wieder Kanada-, Grau und Nilgänse beringt.