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Mit viel Gepäck, reichlich neuer Verpflegung und noch einiger Ausrüstung brechen die Studenten nach Kolguyev auf

Kurzbesuch auf der Insel der Gänse

Hubschrauber sind heutzutage auch in Russland sehr teuer. Daher gibt es in diesem Sommer nur dreimal einen Flug in das Camp. Um sich dennoch einen Eindruck von Kolguyev, dem Forschungscamp und den Arbeiten dort machen zu können, brach eine kleine Gruppe von deutschen Gänsefreunden am 24.6.08 nach Nayarn-Mar auf und flog am 25.6. mit auf die Insel.
Doch zunächst mussten sich alle in Dudsamkeit üben: die Wetterstationen meldeten Nebel in Tobseda und über Teilen von Kolguyev. Das bedeutete, der Hubschrauber durfte nicht starten. Etwas mehr als eine Stunde mussten sich alle gedulden, dann ging es doch noch los.

Hubschrauberflug nach Kolguyev

Mittels eines GPS-Datenloggers konnte unser Flug nach Kolguev gespeichert und später auf einer Karte dargestellt werden. Volker Breit, Mitreisender auf der Tour, hat zudem zahlreiche Bilder von dem Flug eingestellt. Um den Flug anzusehen, klicken Sie bitte hier oder auf das Bild.

Zwischenlandung in Tobseda

Bei Ankunft lagen noch Nebelschwaden über Tobseda

Tobseda, ein fast verlassenes Fischerdorf an der Kolkolkova-Bay, liegt in der Nähe einer großen Nonnenganskolonie. Seit 2002 verbringen Gänseforscher aus den Russland, den Niederlanden und sogar Deutschland hier immer wieder den Sommer und erforschen das Leben dieser Kolonie. In diesem Jahr lebt in Tobseda nur ein kleines Team aus drei Personen, doch jetzt sollte Olga Anisimova das Team dort verstärken. Erst im Juli werden mehr Leute in Tobseda erwartet.

Auf festem Boden landet der Hubschrauber
Tobseda - ein Fischerdorf
Gutes Zeichen? Ein prüfender Blick in den Motor
Die Forschungsstation
Beim Abflug wird das Gepäck gesichert
Flug hinaus auf das Meer

Anflug auf Kolguyev

Eine gute Dreiviertelstunde fliegt der Hubschrauber von Tobseda über das Meer nach Kolguev. Tatsächlich lag auch vor der Küste Kolguyevs Nebel, doch bereits wenige hundert Meter am Land war die Sicht klar. Außergewöhnlich wenig Schnee war zu sehen, obwohl es doch noch vor zwei Wochen stark geschneit hatte.

Im Camp

Der Helikopter fliegt mehrere Runden um das Camp

Ende Mai landeten Alexander Kondratyev, Elmira Zainagutdinova, Christian Ketzer, Petr Glazov, Yuri Anisimov und Fedor Kasanki auf Kolguyev und begannen sofort mit dem Aufbau des Camps am Ambarny Camp Creek, dem Lagerplatz von 2007. Während sich Yuri Anisimov und Dimitry Ochinashko Anfang Juni auf den Weg zur großen Nonnenganskolonie am unteren Pechankafluss machte, untersuchten die anderen sowohl die Probeflächen im weiteren Umkreis des Camps und führten zudem Exkursionen bis in den hohen Norden der Insel durch.
Kurz nachdem der Pechanka-Fluss in Sicht gekommen ist, fliegt der Helikopter einen großen Bogen und schwenkt auf das Campvalley ein. Eine große Runde fliegt er zunächst um das Camp, um dann auf die markierte Stelle anzufliegen. Fast war der Hubschrauber auf dem Boden, startete er erneut durch: die Funkverbindung zum Flughafen war verlorengegangen. Daher gab es einen weiteren Rundflug und erst danach durften wir aussteigen. Zwei Stunden Aufenthalt im Camp bei schönstem Sonnenschein ermöglichten, einen Einblick in die täglichen Arbeiten und die nähere Umgebung der Feldstation.

Camp-Impressionen

Helikopterlandeplatz am Camp-Lake
Küchenzelt - Zentrum des Lebens
Alte Bekannte treffen sich wieder
Raubmöwen sind über uns wenig begeistert
Pechanka-Blick auf das Lager
Christian berichtet über seine Arbeiten
Die Ladung wird ein- und ausgeladen
Beangoose Mountain mit Überblick

Kurz vor dem Abflug entstand dies Gruppenfoto mit allen Anwesenden im Kolguyev-Camp. Von links: Petr Glazov, Christian Ketzer, Igor, Alexander Kondratyev, Eberhard Schneider, Fedor Kasanki, Elya Zainagutdinova, Sergeij, Alona, Helmut Kruckenberg, Sabine und Volker Breit, Wolf Schneider.

Blick zurück auf das Camp

Flug nach Bugrino

Zahlreiche Informationen wurden ausgetauscht: was wurde bislang gemacht, wie sind die Unterschiede zum letzten Jahr, welche markierten Gänse wurden beobachten und vieles mehr. Dann wurde Post ausgetauscht: zahlreiche Briefe brachte der Hubschrauber mit, zahlreiche nahm er mit zurück. Ebenso zwei CDs mit Bildern und Texten, die den ersten Erlebnisbericht enthielten. Mittags hob der Helikopter wieder ab. Anders als erwartet war das Ziel des Helikopters aber nicht die Festlandsküste, sondern zunächst Bugrino, das Dorf im Süden der Insel. Hier sollte Petr Glazov abgesetzt werden, um im Süden der Insel weitere Untersuchungen und Erfassungen durchzuführen. Nach einer Woche Arbeit rund um Bugrino wird Petr mit dem Linienhubschrauber nach Nayarn-Mar fliegen, dann zunächst nach Taimyr reisen und im August nach Kolguev zurückkehren.

Bugrino - Blick von Westen

Bugrino - einzige Siedlung auf Kolguyev

Im Süden Kolguyevs liegt Bugrino, eine Siedlung mit etwa 400 Einwohnern. Bugrino wird fast ausschießlich von Nenets bewohnt. Alle 10 Tage fliegt ein Linienhubschrauber von Nayarn-Mar nach Bugrino.
Bugrino hat eine vergleichsweise lange Geschichte: 1858 lebten bereits knapp 100 Nenets auf Kolguyev. Sie lebten traditionell von der Rentierhaltung, Jagd und Fischerei und zogen auf der Insel umher. Offiziell aber war der Lagerplatz "Bugrino" zum administrativen Zentrum der Insel erklärt worden. Regelmäßig fand hier ein Markt statt, auf dem von den Nenets Fleisch, Wild, Fisch und Felle verkauft oder gegen Waffen, Alkohol und andere Produkte vom Festland getauscht wurden.
Heute stehen in Bugrino zahlreiche Holzhäuser, es gibt einen befestigten Landeplatz und am 25. Juni wurde feierlich ein großes Holzkreuz für gottesdienstliche Zwecke durch den orthodoxen Pfarrer aus Nayarn-Mar eingeweiht.

Anflug auf Nayarn-Mar

Rückkehr nach Nayarn-Mar

Nach kurzem Stopp flog der Hubschrauber hinaus auf das Meer auf das Festland zu. Der Flug führt über die Malozemelskaya Tundra und das Pechora-Delta. Am Ufer des Pechora kommt Nayarn-Mar in Sicht, eine ehemals verschlafene Hafenstadt, die durch den Öl- und Gas-Boom in Russland aktuell imposant wächst.

Nayarn-Mar Impressionen

Abflug von Kolguyev
Neue Wohnhäuser
Probleme mit dem Motor?
Hafenkneipe
Pechora-Beach
In der neuen Kirche
ganz schön hart (10°C)
Blick auf die Stadt

(c) Fotos und Text Helmut Kruckenberg