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2. Erlebnisbericht: 21.6. - 19.7.2007

Im zweiten Teil der Expedition kehrt das Frühjahr doch noch auf Kolguev ein und es gibt viel über die Arbeit, über Gänseküken und andere Tierkinder zu berichten. Auch kleinere Tiere kommen plötzlich heraus: Mücken. Über den zweiten Teil der Expedition berichten Nicole Feige und Aleander Kondratyev.

Gruppenfoto der zweiten Staffel: Alena, Jari, Nicole, Alexander und Elya, im Vordergrund Igor

Ein neues Team und das Frühjahr kommt

In der zweiten Phase der Kolguev expediton bestand das Team aus sechs ständigen Mitgliedern. Während Alexander Kondratyev und Elya Zainagutdinova ihre Arbeiten fortsetzten, kamen Alena Dolgova, Igor Lysanksy, Nicole Feige und Jari Kontiokorpi mit dem Hubschrauber aus Nayarn-Mar. Zu den sechs Teilnehmern kam noch Petr Glazov mit dem Helikopter, der zuvor in Bulgrino seit dem 31.Mai Untersuchungen durchgeführt hatte. Er kehrte am 2. July zu Fuß 60km durch die Tundra nach Bulgrino zurück, um den Linien-Hubschrauber nach Nayarn-Mar zu erreichen.

 

 

Zwar liegt noch Schnee, doch die Sonne wärmt enorm

Erste Eindrücke

Nicole schreibt über die ersten Tage in der Arktis:
"Gewisse Leute haben mich vorgewarnt, es würde Permafrostboden geben und ganz viel Geröll überall. Solchen Leuten glaube ich nie wieder. Es gibt hier eigentlich überhaupt nichts Hartes, sondern nur Weiches. Und weil es so schön weich und feucht ist, laufe ich inzwischen einfach barfuß durchs Moor über die Tundra. Auch wurde behauptet, es wäre hier superkalt. Im schwülen Sumpf unterm Moskitohut komme ich mir dagegen wie in den Tropen vor. In den letzten Tagen hatten wir so schönes Wetter hier, oft über 20 Grad und konnten draussen vor dem Zelt frühstücken...
Aber natürlich ist es nicht immer so. Das Wetter kann auch ganz schön ungemütlich sein. Was mich echt nervt ist dieser Wind! Er ist fast ständig da, und oft ist er so laut und alle Zelte flattern. Nachts schlafe ich mit Oropax und tagsüber muss man sich beinahe anbrüllen (im Zelt). Und alles fliegt immer weg. Und wenn es dann auf die trockene Tundra fliegt (z.B. fliegen da sehr gerne Wollsocken drauf!), dann kleben da tausend Moos- und Flechtenstückchen dran wie Kletten! Dafür trocknet Wäsche innerhalb von ein paar Minuten, wenn man sie in den Wind hängt! Und es gibt [noch] nicht so viele Moskitos.

 

Das Camp am Pechanka-Fluss

Jeder hat ein eigenes Zelt. Dann gibt es das Living-Tent, das Wohnzelt mit Küche, Computerarbeitsplatz und kleinem Ofen, der mit Diesel geheizt wird und sehr stinkt, aber warm macht (so dass es dann immerhin 12 Grad im Zelt sind, wenn es draußen nur 4 Grad sind). Dann gibt es noch das Vorratszelt mit dem ganzen Essen (Konserven und Trockennahrung, ein Sack Kartoffeln und Karotten, Zitronen, Knoblauch und Zwiebeln), in dem wir aber, nachdem das Ausrüstungszelt ja im Sturm kaputt gegangen ist, auch die ganze Ausrüstung lagert.
Luxus ist das Klozelt mit einer Campingtoilette, dass es letztes Jahr im Camp nicht gab. Da gab es nur „toilett valley“. Und natürlich das Duschzelt, dass ursprünglich als Hide zum Voegelbeobachten gedacht war. Unser Wasser zum Trinken und Kochen holen wir aus dem See „Camp lake“ oder dem Fluss „Camp Creek“. Wir selber wohnen in „Camp valley“. Alles bekommt nach und nach einen Namen. Z.B. hat Helmut mal einen See entdeckt, darum heisst der nun "Helmuts-Lake". Alona hat auch ihren eigenen Lake. Ich habe mal eine sehr schöne Stelle gefunden und sie „Ronjas place“ getauft. An Ronjas place gibt es viele kleine Torfbulte, die mit Moosen, Flechten und blühende Moltebeeren bewachsen sind und vielen kleinen Sümpfen, in denen man bis zum Knie versinken kann! Dort wohnen die Trolle von Kolguev. Der grosse Fluss, der bei uns am Camp vorbei fliesst und einmal quer über Kolguev, ist der Pechanka.

Ein Hut mit Mückennetz schützt ein wenig vor den Plagegeistern

Das Camp-Leben ist nicht so einfach, aber nach einiger Zeit ist alles normal. So muss man draussen im eiskalten Wasser in einem kleinen Teich das Geschirr abwaschen und sich vorher Gummistiefel anziehen. Auch sich selber wäscht man nicht jeden Tag. Wenn man ein Bad nimmt, geht man ins banja-Zelt. Man nimmt sich den kleinen Ofen mit und kocht sich vorher Wasser und dann wäscht man sich ziemlich umständlich und gießt ein paar Schöpfkellen warmes Wasser über seinen Körper. Unser Badezimmer besteht aus einem kleinen Zelt mit einer verrosteteten Konservenbuechse mit einem ganz normalen Stück Seife und einem Waschbottich und keinem weiterem Schnickschnack. Aber das reicht ja völlig aus. Man will sich ja auch nur waschen und ist froh, dass man das überhaupt irgendwie kann bei Kälte und Wind. Zum Glück habe ich letztes Jahr mit meinen alltäglichen Morgenbädern auf der Hallig trainiert, sodass ich den Fluss und den See zum Baden vorgezogen habe. Schoen ist es, morgens aufzustehen und ein erfrischendes Gletscherseebad zu nehmen, zusammen mit den Singschwaenen und den Prachtauchern...
Im Übrigen dauert alles sehr lange hier, die alltäglichsten Dinge. Z.B. wenn man sich an einem kalten Morgen aus seinem Schlafsack schält, sich dann 1000 Schichten Klamotten anzieht, sich seine Schuhe zusammensucht, um dann endlich raus und aufs Klo zu gehen. Danach will man sich einen Tee machen, muss erstmal Benzin nachfüllen in den kleinen Tank am Kocher und ärgert sich, dass die Jungs den Deckel wieder mal so fest zu geschraubt haben...
Zum Frühstück gibt es immer Porridge. Am Anfang gab es besonders häufig Buchweizengruetze, denn Helmut mochte keinen Buchweizen. Und weil die Russen so lange darauf verzichtet haben, mussten sie jetzt erstmal ganz viel davon essen. Ansosnten gibt es meistens um 10h Abendbrot, wenn alle wieder von ihrer Arbeit im Gelände zurückgekehrt sind. Am Anfang fand ich es noch toll, dass es Renntierfleisch zu essen gibt. Hab ich ja noch nie gegessen sowas. Es gibt aber entweder Renntierfleisch mit Karotten und Kartoffeln oder Renntierfleisch mit Karotten und Reis oder Renntierfleisch mit Karotten und Nudeln oder Rindfleisch mit Karotten und Kartoffeln... Manchmal gibt es noch Salat aus dem Glas oder Erbsen aus der Dose dazu. Für kurze Zeit gab es auch immer leckeren Lachs, frisch gefangen aus dem Pechanka!
Im übrigen bin ich eigentlich den ganzen Tag nur am Essen. Ich weiss nicht warum, vielleicht brauche ich soviel Energie, um Wärme zu produzieren? Wenn man ins Gelände geht, dann nimmt man sich Trockenfrüchte, Schokolade und Instantnudeln mit.

Exkursion an die Westküste Kolguevs

Die Westküste Kolguevs wurde bislang von Vogelkundlern nicht besucht. Von den Rentier-Hütern erfuhren wir, dass es auch hier mittlerweile Brutkolonien von Nonnengänsen gibt. Das Satellitenbild zeigt höhere Vegetation in dem Bereich. Im Nordwesten gibt es einen "Gänsefluss" - Indizien für das Vorkommen von Wildgänsen aller Arten. Ende Juni gingen Elya und Alexander daher auf eine 3tägige Exkursion, um diesen Bereich der Insel zu erforschen. Entlang des Weges zählten sie in einem Korridor die Nester. Dies erlaubt später die Daten mit dem Satellitenbild zu kombinieren und daraus wichtige Daten über das Vorkommen abzuleiten.
Tatsächlich gibt es an der Westküste steile Klippen. In diesem Klippen können Nonnengänse sicher vor Freßfeinden brüten.

Kurz nach dem Schlupf wurden die ersten Küken markiert.
Anhand der numerierten Eierschalen kann erkennen welche Küken geschlüft sind.

Kükenschlupf und Nestkontrollen

In insgesamt 16 Untersuchungsflächen wurde die Dichte der Gänsenester ermittelt. Davon lagen 5 Flächen an der Pechanka-Mündung. Diese waren identisch mit denen aus 2006. Zwei Flächen lagen im Gebiet der großen Schmelzwasserseen, eine an der Westküste am Kitovaja-Fluß und fünf im weiteren Umfeld des Camp am Pechanka-Fluß. Da in den Untersuchungsflächen einheitliche Habitate vorliegen sollten, schwankte die Fläcehngröße zwischen 0,2-0,7km².
Die durchschnittliche Nestdichte lag 2007 bei 30 Nestern pro km². Dabei wurde die höchste Dichte in der Nähe der verlassenen Nenets-Hütten gefunden: 63 Nester /km². Die niedrigste Dichte wurde in den hochgelegenen Bereichen der Schmelzwasserseen mit nur 11 bzw. 17 Nestern / km² gefunden.

Insgesamt wurden 470 Nester gefunden und aufgenommen. Das erste Nest fanden wir am 6. Juni. Aus den Eigewichten und -größen konnte man das Schlupfdatum errechnen. Das erste Gelege sollte danach am 23.Juni, das letzte am 24.Juli schlüpfen. Bedingt durch das kühlere Frühjahr lag der Höhepunkt des Kükenschlupfes 10 Tage später als in 2006 (4.-16. Juli statt 26.Juni bis 6.Juli).

Die durchschnittliche Familiengröße, die wir in der Tundra ermittelt haben, lag bei 3,0 Küken ± 0,2 (bei 62 Familien) zwischen dem 10.-16,Juli. Wir konnten 36 Küken einfangen und mittels Gewicht und Kopfläge ihr exaktes Alter ermitteln. 10 dieser Küken wurden mit kleinen Markierungen an den Schwimmhäuten markiert.

 

Mit dem Schlauchboot kann man den Fluss abwärts fahren
Der Tisch aus unserem Camp 2006 steht noch an seinem Platz

Exkursion zur Mündung des Pechanka

Vom 25-30. Juni ruderten Alexander und Igor mit dem Schlauchboot zu Deltagebiet des Pechanka aus dem Vorsommer zurück, der 56km Luftlinie vom Camp entfernt ist. Am Erkapenzya-Fluß, wo im Vorjahr die meisten Blessgänse markiert wurden, errichteten sie für zwei Tage ihr Zelt.
An diesen Tagen wurden die vier Untersuchungsflächen aus dem Vorjahr erneut erfasst. Die Ergebnisse entsprachen dem Durchschnitt der Flächen. Nur die Fläche im Erkapenzya-Tal selbst lag mit 11 Nestern (17 in 2006) niedriger.
Alle Bereiche weiter flußabwärts wiesen erheblich geringere Brutdichten als im Vorjahr auf. Die Flächen in der Nähe des alten Camp waren fast gänsefrei. Während 2006 8, 11, 7 und 10 Nester pro Fläche gestellt wurden, waren es jetzt 1, 3, 1 und 0 Nester in den gleichen Flächen.

Wir besuchten ebenfalls die große Nonnenganskolonie am "Morozov-See" und fanden das Mischpaar von Ross`Schneegans und Nonnengans wieder, die wir schon aus dem Vorsommer kannten. In diesem Jahr enthielt das Gelege vier Eier. Die Gelegedichte und -größe der Nonnengänse hier entsprach der von 2006, doch zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Nestzahl im mehr inlandsgelegenen Bereich am Erkapenzya-Fluss.Die Nonnengans-Kolonie am Wanderfalken-Horst war in diesem Jahr deutlich kleiner als 2006. Zwar war das Falkenpaar im Revier, doch hatten sie keine Brut begonnen.
Den Rückweg traten die beiden dann zu Fuß mit dem 20kg schweren Schlauchboot im Rucksack an und erreichten am 30. Juni spät abends das Camp.

Die richtige Position doch der falsche Zeitpunkt - der Sender liegt unter Wasser verborgen.

Suche nach dem Satellitensender

Im August 2006 fingen wir eine Blessgans am Erkapenzya-Fluß und befestigten einen Satellitensender auf seinem Rücken. Der Vogel wurde "Sasha" genannt. Leider konnte der Vogel nach knapp zwei Wochen das Tragegeschirr lösen und den Sender mitten in der Tundra abwerfen. Dort lag der Sender in der Sonne und übertrug seine Position bis er Ende September von Schnee überdeckt wurde. Zwei Versuche, den Sender mit einem Hubschrauberflug zu bergen, schlugen im Herbst 2006 fehl.
So war es auch ein Ziel der Exkursion zum Lower-Pechanka, den Sender abzuholen, damit dieser im Herbst überholt und erneut benutzt werden kann. Vor Ort erlebten die Wanderer aber eine faustdicke Überraschung. Das gesamte Gebiet war knapp 30cm hoch überflutet, der Sender also irgendwo unerreichbar unter Wasser verborgen.

Albert hatte uns bereits im Vorsommer mit Petr Glazov besucht

Besuch aus Bulgrino

Zwischen dem 7. und 12. Juli besuchte uns Albert Ardeev mit seinem Sohn Denis. Beide wohnen in Bulgrino und sind als Nenets aktiv im ECORA-Projekt. Albert lernte bereits in jungen Jahren von seinem naturkundlich interessierten Vater die gesamte Insel kennen und gehört zu den guten Kennern der Vogelwelt Kolguevs. Die beiden halfen uns bei den Nestkontrollen und der Markierung von Gänsen.

Immer gut behütet

Beobachtungen an der Nonnenganskolonie

Das Tarnzelt ist ein ideales Versteck

Am Ende der Brutphase und zu Beginn der Kükenaufzucht wurden Verhaltensbeobachtungen der Gänse durchgeführt. Dies geschah zumeist aus einem Fotozelt an den Nonnenganskolonien "Wanderfalke 01" und "Wanderfalke 02" und der Blessgansfamilien im "Red-Buoys-Valley". Ziel war es dabei, Daten über das Zeitbudget der Brutpaare zu sammeln und speziell das Paar mit dem markierten Vogel "VEB black" intensiv zu verfolgen.

Nachdem die meisten Küken geschlüoft waren, wurden weitere Verhaltensbeobachtungen an den Seen am linken Pechanka-Ufer durchgeführt, wo 60 nichtbrütende Saat- und 40-50 mausernde Bless- und Nonnengänse rasteten. Zudem fanden sich am Seeufer bis zu 10 Blessgansfamilien.

 

 

Nicole berichtet von den Beobachtungen

"Die Kolonie ohne Falke ist kurze Zeit später komplett Prädatoren zum Opfer gefallen. Jari und ich sind gemeinsam hingelaufen und haben dies entdeckt. Meine andere Kolonie hatte mehr Glück. Also konnte ich nur dort weitere Untersuchungen machen. Ich habe z.B. alle 5 Minuten die Vögel auf den Nestern beobachtet und geguckt, was die Gänse machen. Zudem habe ich eine Skizze der Territorien angefertigt und geguckt, wie sich die Gänse verhalten, wenn Prädatoren oder andere Gänse dem Nest zu Nahe kommen. Das ist sehr spannend.
Ich saß auf der anderen Seite des Flusses, manchmal in einem Tarnzelt, das aber eigentlich nicht nötig war, denn ich störte die Gaense nicht. Das Zelt schützte mich aber von dem Wind und den Attacken der Möwen. Jeden Tag habe ich mich gefreut, wenn ich wieder an „meiner“ Kolonie war und schon von Weitem meine Schützlinge wieder gesehen habe. Jedes Gänsepaar ist anders. Es gibt Paare, die sind immer zusammen. Das Männchen steht ganz nah am Nest. Und dann gibt es auch Ganter, die sind so gut wie nie am Nest sind und das Weibchen harrt den ganzen Tag allein auf dem Nest aus. Sobald aber der Wanderfalke warnt oder sein Runde über die Kolonie gedreht hat, waren plötzlich alle Männchen da. Sie sind wie aus dem Nichts aufgetaucht, um ihr Weibchen und das Nest zu beschützen. Einer der Ganter hat immer besonders gut aufgepasst, wenn das Weibchen mal kurz weggeflogen ist. Ein anderes Paar lief oft herum und fraß. Sie haben ihr Nest später aufgegeben und ich habe noch ein Ei drin gefunden. Ein anderes Weibchen war immer ganz alleine auf dem Nest. Eines Tages ist es weggeflogen. Es hatte bestimmt Durst oder Hunger und schwupps, kam eine Möwe an und hat ein Ei geklaut. Das Weibchen kam nicht wieder. Wahrscheinlich war es das letzte Ei gewesen.
Ein Männchen war, wie ich fand, sehr frech. Wann immer das Paar, das soviel gefressen hat, weggegangen ist, ist es in ihr Territorium gelaufen und ganz oft hat es auch in ihr Nest geschaut. Einmal hat das das "Vielfraß"-Männchen gesehen. Da hat das freche Männchen aber ordentlich einen auf den Schnabel gekriegt! Wenn sich andere Gänse zu nah dem Nest nähern, dann werden sie immer verscheucht. War schon alles sehr aufregend, auch, wer von den Vögeln wohl am nächsten Tag noch auf dem Nest ist. Da könnte man beinahe eine Seifenoper drüber drehen! Auch den Falken habe ich beobachtet und die Möwen mit ihren drei Küken. Und der Falke wurde immer von einer Schmarotzerraubmöwe attakiert! "

Bilder aus dem Gänseland

Wind und Frost vertragen Mücken nicht

Mücken

Wie in allen Feuchtgebieten leben überall in den Tundren der Arktis Mücken. Sie können Mensch und Tier das Leben zur Plage machen. Auf Kolguev hält sich die Mückenplage aber wegen des zumeist steifen Windes in Grenzen. Die Mücken verstecken sind in der Vegetation und kommen erst nach dem Abflauen wieder hervor. Die Auswirkungen sind bemerkenswert: Rentiere werden auf Kolguev etwa 10% schwerer und sogar körperlich größer als ihre Verwandten am Festland, da ihnen der ständige Aderlaß durch die Blutsauger fehlt. Besonders hart trifft die Mückenplage die Vogelküken in den Nestern. Wenn die Altvögel auf Futtersuche sind, sind die Kleinen den Mücken schutzlos ausgeliefert.
Die härteste Mückenzeit ist von Mitte Juli bis in den August. Danach werden die Nächte wieder kälter und mit dem ersten Frost löst sich das Mückenproblem auf natürlichem Wege.

Unter Mücken leiden Mensch...
... und Tier

Fortsetzung folgt

Am 20. August kehrt das gesamte Team von Kolguev über Nayarn-Mar nach St. Petersburg und Deutschland zurück. Dann werden sie hier über den dritten Teil der Expedition berichten.