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Mit Hightech den Gänse auf der Spur

Gänseüberwachung aus dem All

Blessgans mit Solarsender

Weitwandernde Vogelarten nutzen eine Vielzahl von Rastgebieten, um aus den Brutgebieten in die Winterquartiere und zurück zugelangen. Wo diese konkret liegen, in welcher Abfolge und über welche Zeiträume sie genutzt werden, ist bis heute unbekannt. Unsere bisherigen Forschungen, bei der wir vor allen Dingen Gänse mit ablesbaren Halsmanschetten markiert haben, stößt dort an Grenzen, wo es kaum noch Menschen gibt, die uns von den markierten Vögeln berichten können.
So blieben bislang die Rastgebiete im Norden Russlands für uns unbekannte Gebiete, über die wir nur in seltenen Fällen Informationen bekamen. Bei unserer Erforschung des Zugwegesystem der Blessgänse war es für uns daher eine großartige Hilfe, als das Vogelschutz-Komitee e.V. im Herbst 2005 anbot, den Einsatz von Satellitensendern finanziell zu fördern.
Zunächst konnten im Rahmen dieser Vorstudie fünf Sender gekauft und auf die Reise geschickt werden. Es wurden in dieser ersten Phase wichtige Erfahrungen im Umgang mit den Sendern gesammelt, eine Internetpräsentation geschaffen, die es jedermann ermöglicht, quasi sofort die empfangenen Daten zu sehen und erstaunliche Daten über die Zugwege von immerhin drei Individuen gesammelt. Da die Blessgänse offenbar ein hochkomplexes Zugwegesystem nutzen, sollen die Forschungsarbeiten in den kommenden Wintern mit weiteren Sendern fortgesetzt werden.

Im Januar 2008 starten erneut besenderte Gänse

Dank der finanziellen Förderung des Vogelschutz-Komitee e.V. war es möglich, im Januar und Februar insgesamt 10 neue Satellitensender auf die Reise in die Arktis zu schicken. Zudem senden von vieren der Vögel aus dem Spätwinter 2007 noch Daten. Wie bereits 2006 und 2007 wurden die Gänse in den Niederlanden von den Gänsefängern gefangen und vor Ort beringt und besendert. Diesmal werden die Sender allerdings noch stärker räumlich verteilt gestartet.
Wie bereits im letzten Frühjahr können Sie die Reise der Vögel im Internet miterleben. Dafür klicken Sie hier.

Nils Holgersson schickt emails von der Reise (Start 2006)

Zur interaktiven Flash-Karte

Zwischen dem 19.1.-8.2.2006 wurden 5 Blessgänse (Männchen über 2000g) mit Satellitensendern ausgestattet. Hier können Sie mehr über diese Vögel erfahren:
Alco (ZAA black) wurde am 19.1.2006 am Lauwersmeer markiert. Am 5.3.2006 wurde das letzte Mal ein Signal aufgefangen.
Bouke (ZSH black) wurde am 22.1.2006 bei Leeuwaarden besendert. Seine Reise führte zunächst nach Noord-Holland, dann über den Fraterwaard bei Doesburg nach Brandenburg (D) und Polen ins Baltikum . Von hier ging es nach längerer Rast über Karelien nach Archangelsk, wo er am 14.5.2006 von einem lokalen Jäger erlegt wurde.
Harry (ZAZ black) wurde 25.1.2006 bei Lith (s`Hertogenbosch) markiert und zog von dort über Brandenburg und das Baltikum nach Nordrussland. Am 28.5. stoppte seine Reise zwischen Archangelsk und Mezen. Sein Sender konnte in einer aufregenden Aktion geborgen werden. Er wurde offenbar von einem Jäger angeschossen und starb wenig später.
Evert (ZEE black) wurde am 5.2.2006 im Eempolder markiert. Offenbar schloss er sich den lokalen Graugänsen an, zog später in den Oostvaarderplassen und dann an den Koblentzer See in Brandenburg, wo er mauserte. Nach dem 28.6. konnte kein Signal mehr empfangen werden. Eine Nachsuche blieb erfolglos. Möglicherweise lebt der Vogel aber und hat nur den Sender demoliert.
Adri (ZCC black) wurde am 08.02.2006 bei Lith markiert. Er legte eine aufregende Strecke zurück: von den Niederlanden über Deutschland und Polen ins Baltikum. Von dort zog er über Weißrussland in die Ukraine und dann nordwärts bis nach Taimyr. Der Vogel ist jetzt auf dem Rückweg.

 

Diese Untersuchung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Vogelschutzkomitee e.V. ermöglicht.
Seit Januar 2007 fördert ebenfalls das niederländische Institut ALTERRA dieses Projekt