English
Русский
Die Gänse werden mit modernen GPS-GPRS Sendern ausgerüstet

2015/16: Niedersachsen startet großes Forschungsprojekt

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Auswirkungen von Jagd auf Gänse und Gänsefraßschäden“ wurden im vergangenen Winter Bläss- und Graugänse gefangen und mit schwarzen Halsmanschetten versehen. Ausgewählte Gänse wurden zudem mit hochauflösenden GPS-GPRS-Sendern in weißen Halsbändern ausgestattet, um ihre lokalen Bewegungen möglichst detailliert verfolgen zu können. Wir möchten alle Beobachter bitten, auf diese markierten Vögel zu achten und Beobachtungen zu melden. Insbesondere sind wir an Informationen zum sozialen Status der Tiere (verpaart, Jungvögel ja / nein usw.) interessiert. Für die Meldung der Beobachtungen nutzen Sie bitte www.geese.org
Es sollen zudem in den folgenden zwei Jahren auch Weißwangengänse sowie brütende Graugänse besendert werden.
Bereits jetzt können Sie die Wege der Gänse im Internet verfolgen. Für die Interpretation beachten Sie allerdings, dass zur Webdarstellung die Menge der dargestellten Positionen reduziert und die räumliche Auflösung vergröbert ist. Zum Schutz insbesondere gegen die Frühjahrsbejagung in Russland und Weißrussland wird die Webpräsenz bei den Bläss- und ggf. Weißwangengänsen ab dem 20.3.2016 (Blässgans) bzw. 20.4.2016 (Weißwangengänse) für das Sommerhalbjahr ausgesetzt.
Das Projekt wird aus Mitteln der Landesjagdabgabe des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziert.

 

Weiterführende Links zu den Sendern
Blässgans
Graugans
Weißwangen- oder Nonnengans

2015: Neue ‚Halsband-Smartphones‘ für Blessgänse

Nach vielen Monaten Entwicklerarbeit ist nun ein neuer, verbesserten Halsbandsender fertig, um das Verhalten und die Zugbewegungen von Gänsen zu untersuchen. Am 15. 2. 2015 wurden in Friesland die ersten drei Blessgänse mit diesem Halsbandmodell ausgestattet. Die Sender können GPS-Positionen und Beschleunigungsdaten aufnehmen und senden diese regelmäßig via das GPRS-Netz (mobiles Internet) an die Wissenschaftler dieses Projektes. Es handelt sich also um kleine Gänse-Smartphones. Die weißen Halsringe sind optimal ausbalanciert. Sie haben zwei Solarzellen an gegenüberliegenden Seiten, an zwei Seiten eine gut zu lesende (vorläufig) zweistellige, schwarze Nummer und sind zurück zu melden via www.geese.org. Bei ausreichend Licht schicken diese Sender ihre Daten täglich über das Internet. Auslesen der Daten im Feld ist deshalb für diesen neuen Typ Sender nicht mehr nötig. Wenn Gänse mit diesen Halsbändern gesehen werden, sind wir sehr daran interessiert zu hören, wie die Tiere sich verhalten, ob sie gesund aussehen (Futterzustand), ob sie den Sender gut tolerieren und ob sie einen Partner und/oder Junge haben. Diese Informationen (gern mit Bild) bitte an unterstehende Email-Adresse senden. Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Andrea Kölzsch – akoelzsch@orn.mpg.de (Max Plank Institut für Ornithologie), Gerard Müskens (Alterra-WUR), Helmut Kruckenberg (Institute for Waterbird and Wetlands Research e.V.), Theo Gerrits (madebytheo.nl)

 

2006-2010: Gänseüberwachung aus dem All

Blessgans mit Solarsender

Weitwandernde Vogelarten nutzen eine Vielzahl von Rastgebieten, um aus den Brutgebieten in die Winterquartiere und zurück zugelangen. Wo diese konkret liegen, in welcher Abfolge und über welche Zeiträume sie genutzt werden, ist bis heute unbekannt. Unsere bisherigen Forschungen, bei der wir vor allen Dingen Gänse mit ablesbaren Halsmanschetten markiert haben, stößt dort an Grenzen, wo es kaum noch Menschen gibt, die uns von den markierten Vögeln berichten können.
So blieben bislang die Rastgebiete im Norden Russlands für uns unbekannte Gebiete, über die wir nur in seltenen Fällen Informationen bekamen. Bei unserer Erforschung des Zugwegesystem der Blessgänse war es für uns daher eine großartige Hilfe, als das Vogelschutz-Komitee e.V. im Herbst 2005 anbot, den Einsatz von Satellitensendern finanziell zu fördern.
Zunächst konnten im Rahmen dieser Vorstudie fünf Sender gekauft und auf die Reise geschickt werden. Es wurden in dieser ersten Phase wichtige Erfahrungen im Umgang mit den Sendern gesammelt, eine Internetpräsentation geschaffen, die es jedermann ermöglicht, quasi sofort die empfangenen Daten zu sehen und erstaunliche Daten über die Zugwege von immerhin drei Individuen gesammelt. Da die Blessgänse offenbar ein hochkomplexes Zugwegesystem nutzen, sollen die Forschungsarbeiten in den kommenden Wintern mit weiteren Sendern fortgesetzt werden.

Diese Untersuchung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Vogelschutzkomitee e.V. ermöglicht.
Seit Januar 2007 fördert ebenfalls das niederländische Institut ALTERRA dieses Projekt

2007-2008: Besenderung geht weiter

Durch die finanzielle Unterstützung des niederländischen Instituts Alterra und des Vogelschutz-Komitee e.V. kann die Forschung über das Zugverhalten der Blessgänse fortgesetzt und intensiviert werden. Insgesamt konnten 25 weitere Sender benutzt werden. Sie können die Zugwege aller Gänse im Internet ansehen. Klicken Sie hier weiter.

2009: eine besenderte Blessgans startet in Ungarn

Wir bekamen den Sender eines geschossenen Vogels aus Russland zurück. Im Frühjahr 2009 bot sich die Möglichkeit, im Rahmen einer kleinen Untersuchung im Nationalpark Fertöö in Ungarn diesen Sendern erneut zu verwenden. Die Gans Gyula flog eine überraschende Route. Lesen Sie hier.

Am Morgen des 28.2.2013 fing Gerhard Müskens gemeinsam mit ungarischen Kollegen Blessgänse.

2013: Blessganszug aus Ungarn wird untersucht

Ende Februar konnten bei Zamoly in Ungarn ein Trupp von 31 Blessgänsen gefangen werden, von denen fünf Ganter neuerlich einen Satellitensender bekamen. Die Zugwege dieser Gänse können Sie ansehen .
Die Zugwege aller besenderten Gänse finden Sie hier.