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Prof. Dr. Rudi Drent

Prof. Dr. R.H. Drent (1937-2008)

Die internationale Gänseforscherwelt trauert um Prof. Dr. Rudolf H. (Rudi) Drent, der seit den 1970er Jahren in der niederländischen Universität Groningen Tierökologie lehrte und mit einem großen Team von Mitarbeitern, Doktoranden und Studierenden intensive Forschung betrieb. Dabei haben Gänse immer eine herausgehobene Stelle in seinem Wirken gehabt. Große und langjährige Gänseforschungsprojekte wurden unter seiner Leitung gestartet: Nonnengansforschung auf Spitzbergen genauso wie die Forschungen in der Feldstation in Tobseda/Russland. Seine Forschung war immer grenzüberschreitend. Weder Ländergrenzen noch Sachgebietsgrenzen haben ihn gehindert. Es war für ihn selbstverständlich, Physiologie, Ethologie und Botanik in seine Ökologie zu integrieren. Bei vielen namhaften niederländischen und internationalen Ökologen hat Rudi Drent als Doktorvater und Ratgeber maßgeblichen Einfluss auf ihren Werdegang gehabt. Im Jahr 2007 reiste Rudi Drent mit uns nach Nayarn-Mar, um den ersten Teil der Brutsaison in Tobseda zu verbringen. Seine Hoffnung auf einen Rundflug über Kolguyev erfüllte sich leider damals nicht. Nachdem er über ein Jahr lang immer sichtbarer an Gewicht verloren hatte, wurde im August eine Krebserkrankung festgestellt. Eine Operation am 5. September verlief erfolgreich. Dennoch verstarb Rudi Drent an einer unerwarteten Komplikation am 9. September 2008 im Alter von 71 Jahren. Wir trauern mit der Familie und dem großen Kreis seiner Schüler und Freunde. Er wird uns als Vorbild präsent bleiben.