Ortung aus dem All

Mithilfe eines speziellen Satelliten (Argos) lassen sich Sender auf der Erde lokalisieren. Ein kleiner Sender auf dem Rücken eines Vogels sendet zu definierten Zeiten ein Signal, das von dem Argos-Satelliten aufgefangen werden kann. Über das physikalische Prinzip des Doppler-Effekts lässt sich die Position des Senders bestimmen.
Das Argos-System ist bedingt durch elektromagnetische Interferenzen nicht immer genau. Zwar liefert das System eine Abschätzung wie gut die Ortung ist, doch kann diese teilweise bis zu 30km von der wirklichen Position abweichen. Heute gibt es bereits Karten, die Gebiete mit besonders schlechter Argos-Ortungsfähigkeit ausweisen.
Die Sender für das Argos-System sind allerdings mittlerweile so klein geworden, dass sie auch für Enten oder Limikolen ihre Praxistauglichkeit erreicht haben. Derzeit gibt es die ersten Versuche, auch Satellitensender für Singvögel zu entwickeln.

Satellitensender mit Solar und GPS

Eine Weiterentwicklung stellen dagegen die GPS-Satellitensender dar. Wie beim Navigationsgerät im Auto bestimmt der Sender selbst seine Position, speichert diese und nutzt den Argos-Satelliten, um diese Daten zu übertragen. Das GPS-System benötigt allerdings viel Strom, so dass eine Solarzelle auf der Oberseite für stetige Aufladung der Batterie sorgen muss.
Fünf Blessgänse wurden im Januar 2006 mit GPS Satellitensender (Microwave Solar GPS 100PTT 45g) ausgestattet. Diese speichern alle zwei Stunden die geographische Position des Vogels und senden die gesammelten Daten alle zwei Tage via Satellit an die Mitarbeiter des Projektes ab. Dort kommen sie dann als Datensatz in einer email an.
Beringt wurden nur ausgewachsene männliche Blessgänse, die zuvor von den niederländischen Ganzenflappern gefangen worden waren. Die Fang- und Auflassungsorte liegen dabei im Eempolder, bei Leeuwarden, am Lauwersmeer und in Noord-Brabandt (Niederlande).

Die Sender werden mit einem Rucksacksystem aus Leder auf dem Rücken der Gänse befestigt. Dort behindern sie den Vogel nicht beim Flug und gleichzeitig ermöglicht die Ausrichtung eine gute Stromversorgung durch die Solarzelle. Die Sender sollen bis zum Sommer 2007 Daten über die markierten Vögel liefern. Dann schaltet sich der Sender ab. Das Haltesystem zersetzt sich im Laufe der Zeit und der Sender fällt vom Vogel ab.
Obwohl besonders durch Abschüsse viele Vögel verloren gingen, sollen im Winter 2006/07 weitere Sender angebracht werden, um mehr Informationen über das Zugwegesystem der Blessgänse zu bekommen.