English
Gänse müssen am Ladoga-See zunächst mit schlechter Nahrung auskommen (c) H. Kruckenberg

Olonets fields - Rastgebiet am Ladoga-See

Der Ladoga-See ist der größte Süßwassersee Europas. Am Ostufer des Sees befindet sich die Stadt Olonets. Insgesamt vier ehemalige Kolchosen bewirtschaften hier in den 1930er Jahren urbar gemachte Moore. Es gibt Grünland- und Ackerflächen. Aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung und des angrenzenden Sees hat sich das Gebiet in den letzten Jahrzehnten zu einem Rastgebiet von bis zu 20.000 Bless- und Saatgänsen entwickelt.

Gänseschutz in Olonetz In den 1990er Jahren war der Rastplatz bei Olonetz durch die schlechte Situation der landwirtschaftlichen Betriebe stark bedroht. Betriebsaufgaben haben die Stillegung von Flächen zur Folge. Diese verbuschen innerhalb weniger Jahre. Aus diesem Grund hat der WWF Schweden gemeinsam mit dem Baltic Fund for Nature (BFN) einige Projekte zum Gänseschutz und zur Förderung der Landwirtschaft vor Ort durchgeführt. Lesen Sie hier.

Erlebnisbericht Ladoga

Matthias Fanck, Designkünstler aus Franken und langjähriger Vogelbeobachter, begleitete uns auf der Expedition in die Olonets Fields. Als unser Fachmann für Expeditionsplanung und Geländefahrzeuge berichtet er über seine Erlebnisse auf der Expedition. Lesen Sie hier mehr.

Feldstudien in Olonets

Mit mehreren Fahrzeugen waren die Wissenschaftler unterwegs, um die Gänsescharen nach Halsringen durchzusuchen (c) H. Kruckenberg

Seit vier Jahren erfassen Wissenschaftler aus Petrosavosk täglich die rastenden Gänse im Gebiet. Bereits 2003 konnte A. Kondratyev bei Untersuchungen zahlreiche markierte Gänse dort ablesen. Ziel der gemeinsamen Untersuchungen deutscher und russsischer Wissenschaftler war es nun, durch umfassende Zählungen und Ablesungen die Bedeutung des Gebietes zu analysieren. Gleichzeitig wurde für die meisten markierten Gänse der Konditionsindex festgestellt, die Intensität der Jagd im Gebiet gemessen und Untersuchungen zu Fluchtdistanzen durchgeführt. Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen noch nicht vor.
Zur Ansicht von weiteren Expeditionsfotos hier.

 

Intensive Frühjahrsjagd

Etwa ein Drittel der geschossenen Vögel waren Vorjährige (c) H. Kruckenberg

In allen Ländern der EU und den Unterzeichnerstaaten des AEWA ist die Jagd auf Zugvogel während des Heimzuges untersagt. In Russland und Weißrussland allerdings wird sie weiterhin praktiziert. Während ein Drittel der Olonets Fields als Vogelschutzgebiet während dieser Jagdzeit gesperrt sind und von bewaffneter Polizei bewacht werden, wird der restliche Bereich von lokalen und bezahlenden Gastjägern intensiv bejagt. Zu Beginn der Jagdzeit am 30. April wurden 300 Schüsse pro Stunde festgestellt. Bereits am zweiten Tag versuchten nahezu keine Gänse mehr, außerhalb des Schutzgebietes zu fressen. Die gemessenen Fluchtdistanzen zeigen bereits auf den ersten Blick einen deutlichen Zusammenhang zum Beginn der Jagd.

Diese Expedition konnte dank der finanziellen Unterstützung durch das Vogelschutzkomitee e.V. (VSK) durchgeführt werden.