15.04.2012: Graugansküken schlüpfen
Überall ist es jetzt wieder soweit: die ersten Graugansküken sind geschlüpft und machen sich mit ihren Eltern auf den Weg. Nachdem die Graugans in Westdeutschland schon Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben war, wurde sie ab den 1970er Jahren von Jägern und Gänsefreunden überall wieder angesiedelt. Oftmals waren diese Versuche erfolgreich und Graugänse sind heut wieder fester Bestandteil der norddeutschen Feuchtgebiete. In wieweit sich bei diesen Auswilderungsprojekten auch natürlich wandernde Populationen entwickelt haben, ist weitgehend unbekannt.
Für die Gänseforschung ist es interessant, einen möglichst umfassenden Überblick über die Verbreitung der Graugans zu erhalten. Beobachter von Graugansfamilien werden daher gebeten, diese beim Dachverband Deutscher Avifaunisten in der Internetplattform www.ornitho.de zu melden.
Erschienen: Gänse fliegen auf der Grünen Welle
Wenn die arktischen Wildgänse im zeitigen Frühjahr in Richtung ihrer arktischen Brutgebiete aufbrechen, stehen sie unter gewaltigen energetischen Zwängen: einerseits benötigen sie sehr viel Energie für den anstrengenden Langstreckenzug, andererseits müssen sie für die erfolgreiche Aufzucht ihrer Küken Fettreserven mit in die Brutgebiete tragen. Gänseforscher aus Deutschland und den Niederlanden untersuchten nun anhand moderner Satellitentelemetrie den Gänsezug. Blässgänse, so fanden sie heraus, ziehen exakt mit der für sie optimalen Vegetationsentwicklung in die Arktis. Lesen Sie mehr.
Immer mehr Beobachtungen auch aus Süd- und Osteuropa
Die Suche nach markierten Wildgänsen wird auch in Süd- und Osteuropa immer populärer. Und die Gänsefreunde dort machen spannende Entdeckungen: immer mehr und mehr Ablesungen aus Italien, Bulgarien, Rumänien oder Ungarn belegen die Verbindungen zwischen den großen Mauserplätzen in der Arktis und den Wintergebieten.
Die aktuellste Beobachtung ist die Ablesung von "DLA schwarz" an den "Sacoșu Turcesc" Fischteichen in Rumänien durch Dehelean Luca am 11.1.2012.
Hier können auch Sie Ihre Beobachtungen online melden!
Mitarbeiter gesucht!
Für das kommende Jahr werden in einem gemeinsamen Projekt mit dem Institut für Vogelforschung (IfV) Studenten gesucht, die ihre Bachelor- oder Masterarbeiten zu einem Aspekt der Zugvogelforschung anfertigen wollen. Hierfür gibt es einige Themenvorschläge, aber auch die Möglichkeit, sich ggf. mit eigenen Vorstellungen einzubringen. Lesen Sie hier mehr!

- Die Nordwestküste von Kolguev ist rau
Neu: weiterer Bericht über die Kolguev Expedition
Die Kolguevexpedition 2011 konnte erfolgreich beendet werden. Auch im Juli und August wurde noch hart im Camp gearbeitet und geforscht. Die Kollegen Olga Pokrovskaya und Alexander Kondratyev berichten über die letzten Wochen der Arktisexpedition. Lesen Sie hier.
Kolguev 2011: erste Teilnehmer kehren zurück
Am 28. Mai 2011 ist erneut eine Gruppe russischer und deutscher Vogelforscher auf die Insel Kolguyew in der Barentssee geflogen, um dort Untersuchungen zur Brutbiologie und dem Zugverhalten verschiedener Brutvogelarten zu betreiben. In diesem Jahr wird das Augenmerk auf den Gänsen sowie den Kiebitzregenpfeifern liegen.
Bei der Ankunft der Wissenschaftler hat in diesem Jahr die Schneeschmelze bereits begonnen. Das Mündungsdelta des Peschankaflusses ist großräumig überflutet. Aber die ersten Gänse sind bereits vor Ort. Die Forscher bleiben bis Mitte August auf der Insel, zwischendurch bekamen sie Verstärkung aus Deutschland. Inzwischen ist die arbeitsreichste Phase auf der Insel überstanden: die Küken aller Vogelarten sind geschlüpft. Bis zu diesem Zeitpunkt lassen sich Wat- und Wasservögel recht einfach fangen. Jetzt ist die Jungenaufzucht voll im Gange, die Vögel sind scheu und natürlich dürfen die Jungtiere auch nicht durch die Untersuchungen gefährdet werden. Mitte Juli kehrten daher drei Teilnehmer zurück. In den kommenden Wochen bis Mitte August werden die verbleibenden Forscher den Aufzuchterfolg verschiedener Vogelarten dokumentieren und ganz am Ende des Aufenthals in mehreren Aktionen mausende Gänse fangen, um diese zu markieren.
Lesen Sie hier weiter über das Projekt.
Besenderte Gans kam bis Kasachstan
Am Morgen des 21. November 2010 wurde erneut eine besenderte Blessgans freigelassen. Diesmal wurde der Vogel auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees gefangen. Dabei handelt es sich um einen verpaarten Ganter mit zwei Jungvögel. Er wurde auf den Namen "Gyula" getauft und trägt einen mintgrünen Fußring mit dem Code "C" am rechten Bein. In Kürze wird man hier auch der Reise von Gyula wieder folgen können.
Am 25.Nov.2010 wurde Gyula mit seiner Familie in Meksikopuszta gesehen und fotografiert. Im März erreichte der Vogel während der Tagung der Goose Specialist Group Kalmykien. Gut einen Monat später wurde das letzte Signal aus Kasachstan empfangen. Lesen Sie mehr zu Gyula und verfolgen Sie seinen Zug.
Weitere Blessgänse in Bulgarien beringt
Mitarbeit des Bulgarischen Vogelschutzbundes (BSPB) und des Wildfowl & Wetlands Trust (WWT) konnten am 11.1.2011 sches Rothalsgänse und 31 Blessgänse in Bulgarien fangen. Alle Gänse wurden mit Farbringen bzw. Halsmanschetten markiert. Zusätzlich bekamen die Rothalsgänse Mini-GPS-Satellitensender auf den Rücken, um die Zugbewegungen der Gänse innerhalb ihres traditionellen Überwinterungsgebietes um die Seen Shabla und Durankulak zu untersuchen. Die Besendeurung ist ein Teil des Projektes "Conservation of the wintering population of the Red-breasted Goose”, das durch die Förderung der EU mit Life+-Mitteln ermöglicht wurde.
Gänsefang in Ungarn
Der niederländische Gänsefänger Kees Polderdijk beringt in einem Gemeinschaftsprojekt von Birdlife Hungary (Projektkoordinator: Marta Ferenczi) und von dem Fertő-Hanság National Park (Zoologe: Attila Pellinger) seit dem 6. November Bless- und Saatgänse in Ungarn. Der Fangplatz liegt im Südteil des Neuseedlersees auf dem Salzbodengebiet. Das Ziel der Arbeit ist neue Daten über in dem Karpatenbecken durchziehende und überwinternde Population zu sammeln. Die wichtigste Frage ist die Verbindung mit zu den anderen Winterpopulationen in West- und Südosteuropa. In der ersten Woche haben sie trotz des ungünstigen Wetters und der wechselnden Aktivitat der Gänse auf den Maisstoppeln 16 Saatgänse, 5 Blessganse und 3 Graugänse gefangen (Stand 16.11.2010) und mit Halsmanschetten beringt.
In dem letzten 100 Jahren hat man in Ungarn nur zusammen 18 Saatganse und 9 Blessganse beringt, deshalb folgen viele Leute mit grosser Interesse das Projekt und warten auf die neuen Informationen.
Marta Ferenczi
Expeditionsbericht Kanin 2010
Während der Kanin-Expedition unserer russisschen Kollegen im letzten Sommer konnten weitere 21 Saatgänse mit gelben Halsmanschetten markiert weerden. Diese wurde am Shoina-Fluss, 30km inlands von der Ortschaft Shoina gefangen.
Lesen Sie mehr.

- Beringte Graugans (c) H. Kruckenberg
Graugansberingung in Deutschland
Seit 2008 werden in Deutschland wieder systematisch Graugänse mit Halsmanschetten beringt. Dies geschieht in zwei Projekten sowohl in Vorpommern als auch in den westdeutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Hier finden Sie mehr Informationen über die deutsche Graugansforschung.
Neu: Verteilungskarten 2006/07 und 2007/08
Die Verteilung der Beobachtungen von markierten Gänsen ist ein wichtiger Bestandsteil des Forschungsprogrammes. Naturgemäß ist die Erstellung von Karten erst einige Zeit nach den jeweiligen Wintern möglich, wenn wirklich alle Beobachtungen auch bei der Internetdatenbank www.geese.org eingegangen sind. Aktuell liegen jetzt neue Karten der Perioden 2006/07 und 2007/08 vor. Sehen Sie hier.

- Cover Kolguyev Zwischenbericht 2006
Neu: Expeditionsbericht Ladoga / Kolguyev 2006
Kruckenberg, H., A. Kondratyev, J.H, Mooij, C. Zöckler & E. Zaynagutdinova (2008): White-fronted Goose Flyway Population Status Interim Report of a preliminary study in 2006. Angewandte Feldbiologie 2: 1-77.
Auf 68 Seiten werden die Ergebnisse der Expeditionen zum Ladoga-See im April / Mai 2006, der Satellitenbesenderung im Frühjahr 2006 sowie der ersten Kolguyev-Expedition von Mai bis August 2006 vorgestellt. Der Bericht beeinhaltet zahlreiche Abbildungen und Fotos sowie einen umfangreichen Anhang mit Vogellisten des Ladoga-Gebietes und der Insel und Ergebnisse der Beringungen auf Kolguyev. Der Bericht ist in englischer Sprache, beeinhaltet aber eine umfangreiche deutsche und russische Zusammenfassung.
ISSN 1861-227X; 68 farbige Seiten DINA 5, 54 Abb. und Fotos. 18€ inkl. Versand. Verfügbar ab 7.Mai 2009. Bestellen.












